Do 22 April, 18:00 & 20:15 – Karl der Grosse

Der Ast, auf dem ich sitze

ein Film von Luzia Schmid

Eine Steueroase in der Schweiz, ein halbherziger Kampf gegen Steuersünder in Deutschland, ein ehemals wohlhabendes afrikanisches Land, das durch Weltmarktpreise von Rohstoffen in den Abgrund geführt wurde: Was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hat, steht für ein globales Wirtschaftssystem, das unser aller Leben bestimmt – und die Filmemacherin ist mitten drin. Der Film erzählt von der Stadt Zug, die es geschafft hat, sehr reich zu werden: Mit konsequenten Steuersenkungen hat sich das Städtchen zu einer der weltweit bedeutendsten Steueroasen umgebaut.

Die Kindheit der Schweizer Filmemacherin Luzia Schmid war geprägt von diesem tollkühnen Aufstieg, ihre Hauptakteure gehörten zu ihrem Alltag. Wie wurde Zug zu einem der grössten Rohstoffhandelsplätze der Welt? Ausgangspunkt ist der enge Kreis von Schmids Familie: der Vater, der Treuhänder, die Schwester, die Politikerin. Dazu gesellen sich Freunde und Zeitzeugen. Sympathische Menschen, die bis heute davon profitieren.

Doch mit dem Erfolg kamen auch die Probleme: Dubiose Wirtschaftsanwälte und Rohstoffhändler hielten Einzug in das Schweizer Idyll. Und beuteten von hier aus Staaten wie Sambia aus. Zug wurde zu einem symbolischen Ort für die grossen Ungerechtigkeiten dieser Welt. Erstaunlich viele Zuger leben gut damit.

Schmid sucht nach Antworten Im Spannungsfeld von Moral und Motivation und verortet Zug im internationalen Steuerwettbewerb, bei dem auch ihre Wahlheimat Deutschland vorne mit macht. Das dem Steuerwettbewerb innewohnende Versprechen einer stetig wachsenden Wirtschaft aber gelingt nur auf Kosten anderer.

Luzia Schmid, Schweiz, 2020

102 Min, Dokumentarfilm

Sprache: Deutsch

Presenting-Partner: 

Grüne Partei Stadt Zürich

Thomas Horat 

Schweiz, 2019
90 Min

Dokumentarfilm

_stripes_GLOBE---1850-2019-MO.png

Verein films for future

Idaplatz 3

8003 Zürich

info@films-for-future.org

©2020 films for future

Der Ast, auf dem ich sitze